

Gänse
In der Regel werden Vögel, die in der Landwirtschaft, der Industrie oder der Arbeits- und Wohnumgebung von Menschen zu Problemen führen, als Schadvögel bezeichnet.
Typische Probleme mit Gänsen sind:
-
Fraßschäden Wiesen- und Weideflächen
-
Fraßschäden an Saaten und daraus resultierende Ernteausfälle
-
Gefahr von Vogelgrippe-Übertragung durch Kot
-
Hygieneprobleme an Badeseen
-
Hygieneprobleme an Pferdekoppeln
-
Sicherheitsprobleme an Flughäfen und Marinas
Die Graugans (Anser anser)

Die Graugans ist eine Art der Gattung Feldgänse. Sie zählt zu den häufigsten Wasservögeln und ist die zweitgrößte Gänseart in Europa. Graugänse sind die wilden Vorfahren unserer Hausgänse.
Länge bis 90 cm, Flügelspannweite bis 180 cm, Gewicht bis 4 kg. Ganter sind schwerer als die Weibchen.
Die Graugans ist ein Brutvogel Nord- und Osteuropas. Entgegen ihrer Natur zieht sie in manchen Regionen im Winter nicht mehr in den Süden und wird zum ganzjährigen Standvogel. Außerhalb der Brutzeit leben Graugänse in großen Schwärmen. Sie brüten 5 bis 6 Eier, die Aufzucht dauert etwa 60 Tage.
Die Nonnengans (Branta leucopsis)

Die Nonnengans verdankt ihren Namen dem Kontrast zwischen dem weißen Gesicht und dem schwarzen Hals und Nacken, der an eine Nonnentracht erinnert.
Sie gehört zur Gattung der Meergänse.
Seit den 1970er Jahren brütet die Nonnengans auch im Ostseeraum. Sie ist überwiegend ein Wintergast, der in kleinen Trupps zusammen mit Saat- und Blässgänsen auftritt. Zu Beginn des Zuges sammeln sie sich zu großen Schwärmen von bis zu 50.000 Individuen.
Die Kanadagans (Branta Canadensis)

Die Kanadagans stammt aus Nordamerika. Seit den 1970er Jahren ist sie in Deutschland als Brutvogel vertreten. Sie zieht im Winter in den Süden und kehrt zur Brut zurück. Größer als die Graugans ist sie die größte Gänseart Europas. Mit ihrem schwarzen Kopf und dem weißen Band am Hals ist sie auffallend. Sie wiegt 5-6 Kg, Flügelspannweite von1,50 m. In größerer Zahl sind diese Vögel eine Plage. Sie fressen über 1 Kg Gras pro Tag und hinterlassen eine Menge Fäkalien. Sie benötigen Gewässer und ein angrenzendes Gebiet, auf dem sie weiden können. Vor allem Parks oder an Seen. Während der Brut und Aufzucht von 5 bis 6 Jungen sind sie anderen Wasservögeln gegenüber recht aggressiv.
Saatgans (Anser fabalis)

In Deutschland findet sie sich ab Ende September in großer Zahl als Wintergast ein. Sie sucht ihre Nahrung auf Wiesen und Getreidefeldern, wobei sie auch Fraßschäden verursachen. Sie sieht der Graugans und der Blässgans sehr ähnlich. Unterschiede sind der schwarz gefleckte Schnabel und der dunkelbraune Hals. Sie ist die dritthäufigste Wildgans.
Die Nilgans (Alopochen aegyptiaca)

Die Nilgans ist eine nicht heimische Art, die in Afrika beheimatet ist. Sie ist während der Brutzeit streng territorial und duldet keine anderen Entenvögel in ihrem Revier. Seit den 70er Jahren breiten sie sich rasant aus. Obwohl sie in neun Bundesländern bejagt werden, steigt die Population weiter an. Nilgänse können Problemvögel sein, wenn sie an Seen, Parks oder Liegewiesen Menschen aus ihrem Revier vertreiben wollen. Da sie täglich ein Drittel ihres Körpergewichts fressen, verunreinigen sie ihre Reviere stark. Seit 2017 stehen sie auf der Liste invasiver gebietsfremder Arten von EU-weiter Bedeutung.
Ringelgans (Branta bernicla)

Die Ringelgans gehört zu den Entenvögeln und ist als Zugvogel nur im Winter bei uns zu sehen. Sie ist mit 62 cm relativ klein und hat weiße Flecken am Hals.
Sie brüten in Kolonien und balzen im Nordseewatt und auf den Halligen. Hals, Gefieder und Bürzel sind schwarz, die Schwanzfedern weiß.
